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Mittwoch, 02 November 2022 13:12

Für mehr biologische Vielfalt

Bereits vor sieben Jahren wurde eine Fläche vor der Surheimer Schule zu einer Blumenwiese umgestaltet. Im Bild der damalige Bürgermeister Bernhard Kern und Dr. Peter Loreth.|Ohne großes Zutun entwickelt sich an Straßen- und Wegrändern ein vielfältiger Lebensraum. Bevorzugter Standort auch für die Wegwarte, wie hier an der Gemeindestraße bei Obersurheim.|Gemeinsam für die ökologische Bewirtschaftung von kommunalen Flächen:  Bauhofleiter Helmut Mader (v.l.), Referent Wolfgang Schuardt, Marlene Berger-Stöckl (Öko Modellregion), Bürgermeister Andreas Buchwinkler, Dr. Peter Loreth (Biosphärenregion)|||| Bereits vor sieben Jahren wurde eine Fläche vor der Surheimer Schule zu einer Blumenwiese umgestaltet. Im Bild der damalige Bürgermeister Bernhard Kern und Dr. Peter Loreth.|Ohne großes Zutun entwickelt sich an Straßen- und Wegrändern ein vielfältiger Lebensraum. Bevorzugter Standort auch für die Wegwarte, wie hier an der Gemeindestraße bei Obersurheim.|Gemeinsam für die ökologische Bewirtschaftung von kommunalen Flächen: Bauhofleiter Helmut Mader (v.l.), Referent Wolfgang Schuardt, Marlene Berger-Stöckl (Öko Modellregion), Bürgermeister Andreas Buchwinkler, Dr. Peter Loreth (Biosphärenregion)|||| Foto: Höhn|Foto: Höhn|Foto: Höhn||||

Ökologisches Pflegekonzept für gemeindliche Grünflächen im Rathaus vorgestellt

Saaldorf-Surheim. „Kommunen können durch die Bewirtschaftung ihrer eigenen Flächen einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung und Erhöhung der biologischen Vielfalt beitragen“, so das Fazit von  Landschaftsarchitekt Wolfgang Schuardt vom gleichnamigen Traunsteiner Planungsbüro. Im Saaldorfer Rathaus stellte er das Pflegekonzept für das Gemeindegebiet vor.

 

Neben Mitgliedern des Gemeinderats und Bauhofleiter Helmut Mader begrüßte Bürgermeister Andreas Buchwinkler den Verwaltungsleiter der Biosphärenregion, Dr. Peter Loreth und Marlene Berger-Stöckl, Projektmanagerin der Ökomodellregion. Buchwinkler betonte, dass die Kooperation mit den beiden Einrichtungen wichtiger Baustein bei der Umsetzung des Projekts sei. Wolfgang Schuardt stellte die Eckpunkte des gemeindlichen Pflegekonzepts für kommunale Grünflächen vor. Warum ist ein derartiges Projekt sinnvoll und notwendig? Die Antwort des Referenten ließ an Klarheit nichts vermissen: „Unsere Landschaft verarmt zusehends. Das immer knapper werdende Nahrungs- und Lebensraumangebot hat einen markanten Artenschwund zur Folge.“

 

Saubere Autoscheiben sind schlechtes Zeichen

 

So weist die Rote Liste für Bayern aus, dass 40 Prozent der bewerteten Tierarten   ausgestorben, verschollen oder bedroht sind, weitere 11 Prozent stehen vor einer Aufnahme in die Liste. Bei den Pflanzen sind 50 Prozent ausgestorben oder vom Aussterben bedroht. Mit der Abnahme der biologischen Vielfalt (Biodiversität) ist zudem ein Verlust an Biomasse zu beobachten, was sich wiederum auf das Nahrungsangebot, beispielweise für Vögel, auswirkt. „Die älteren Autofahrer erinnern sich noch gut, wie nach kurzer Fahrzeit die Windschutzscheibe mit Insekten verklebt war“, veranschaulichte Schuardt die dramatischen Veränderungen. „Das Pflegekonzept für kommunale Grünflächen soll dazu beitragen, dieser Entwicklung entgegenzuwirken“, betonte der Referent. Als Ziele nannte er eine positive Veränderung der Landschaft und die Stärkung der Artenvielfalt. Zudem setzt die Kommune Zeichen und geht mit gutem Beispiel voran.

 

Neben 9 Mitgliedsgemeinden der Ökomodellregion Waginger See-Rupertiwinkel beteiligen sich Kirchweidach und Bad Endorf an dem Projekt. Betrachtet werden alle Grünflächen, die im Eigentum der Gemeinde stehen oder deren Pflege der Gemeinde übertragen worden ist.

 

570 Grundstücke kommen in Frage

 

In Saaldorf Surheim kommen insgesamt 570 Flurstücke unterschiedlicher Größe für eine ökologische Bewirtschaftung in Frage. Innerorts betrifft dies kleinere Flächen sowie Straßen- und Wegränder. Am Beispiel des Biotops bei der Firma EurimPharm erläuterte Schuardt, wie solche Maßnahmen vorbildhaft umgesetzt werden können.  Grundsätzlich sollten die Flächen nur zweimal jährlich gemäht und das Mähgut abgefahren werden. Insektenfreundliche Mähtechnik sowie zeitlich und räumlich gestaffelte Mahd  sind weitere Faktoren einer naturnahen Bewirtschaftung. Anhand von Grafiken und Fotos erläuterte Schuardt, Lage, Art und Bewirtschaftungsformen der infrage kommenden Flächen im Gemeindegebiet. Betrachtet wurden  extensive Wiesen, Weiden, Säume, Bäume, Baumreihen, Alleen, Hecken, Feldgehölze, Obstbäume, Straßen- und Wegränder, Böschungen, Gewässerränder, Wiesengräben und Stillgewässer. „Gerade die in kommunaler Hand befindlichen Flächen bieten ein hohes Potential als Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Die vielen kleinen Maßnahmen sollte man nicht unterschätzen, weil  über die Fläche verteilt eine Vernetzung entsteht und damit die Biodiversität gefördert wird“, fasste Wolfgang Schuardt zusammen. Bürgermeister Buchwinkler hob hervor, dass die Gemeinde bereits auf einem guten Weg in Sachen „ökologischer Bewirtschaftung ihrer Grünflächen“ sei. Großes Lob hatte er für seine Bauhofmitarbeiter, „die hervorragende Arbeit im Sinne des Pflegekonzepts leisten“.

 

Artikel von Norbert Höhn, Südostbayerische Rundschau vom Samstag, 29.10.2022

 

Die „Korn-Reise“ des Berchtesgadener Vogelweizens

Zwar war der Vortrag zum Pflegekonzept alles andere als trocken, aber ein abschließendes Biosphären-Schnapserl, kredenzt von Dr. Peter Loreth, ließen sich die Besucher dann doch nicht entgehen. Dies auch deswegen, weil der Biosphären-Chef vom spannenden Werdegang des „Alpen-Korn“ zu berichten wusste. Die Wurzeln des Hochprozentigen liegen nämlich im Wortsinn tatsächlich in Saaldorf-Surheim, genauer gesagt im Biosphären-Getreidegarten beim Bauhof. Dort wurde die fast ausgestorbene Getreidesorte „Berchtesgadener Vogelweizen“ kultiviert. Nach der Ernte führte der Weg von Schrot und Korn zur Brauerei Wieninger nach Teisendorf zum Einmaischen. Die Reise der Maische führte dann weiter nach Berchtesgaden zur Bergbrennerei Grassl, wo das Korn seine endgültige Veredelung zum „Bio Alpenkorn“ erfuhr. In Flaschen abgefüllt kehrte nun das / der Korn wieder zurück in die Gemeinde, wo sich die Verkoster davon angetan zeigten, was in ihrer Gemeinde so alles wächst.

Norbert Höhn

 

Weitere Informationen

  • Ökomodellregion: Waginger See – Rupertiwinkel
  • Adresse: Rathaus, Salzburger Str. 1, 83329 Waging am See
  • Telefon: 08681 / 4005-37
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