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Dienstag, 14 Dezember 2021 21:54

Jahresrückblick der Arbeitsgruppe Streuobst und Artenschutz

Obstwiese Franz Gramminger mit Ziegen|lebendiges Moor|Raupe auf Distel|Obstwiese der Fam. Stief in Taching|||| Obstwiese Franz Gramminger mit Ziegen|lebendiges Moor|Raupe auf Distel|Obstwiese der Fam. Stief in Taching|||| Foto: Anneliese Caruso|Foto: Vroni Feichtinger, Reg. Obb|Foto: Bettina Gschlößl|Foto: Josef Breiteneicher.||||

Zum Jahresende ein kleiner Rückblick zum Thema Streuobst und Artenschutz

Liebe Mitglieder der AG Streuobst und Artenschutz, liebe Streuobstfreunde, liebe Baumpaten in der Ökomodellregion, liebe Vorstände der Obst- und Gartenbauvereine,

 

zum Jahresende ein kleiner Rückblick zum Thema Streuobst und Artenschutz. Treffen konnten wir uns länger nicht mehr - trotzdem gab es in Zusammenarbeit mit unseren Partnern, von den Mitgliedsgemeinden der Ökomodellregion bis zum Landschaftspflegeverband, von der Kreisfachberatung Gartenbau bis zum Bund Naturschutz, wieder recht positive Entwicklungen.

 

  • Im Herbst hat Carsten Voigt vom LPV Traunstein wieder erfolgreich unsere Pflanzaktion für Streuobsthochstämme abgewickelt (dankeschön an den LPV!). Von 130 neu gepflanzten Streuobsthochstämmen wurden 77 in den sieben Gemeinden der ÖMR auf Traunsteiner Seite gepflanzt. An dieser Stelle ein Hoch auf die Waginger Bevölkerung – 5 der 9 neuen Streuobstgärten wurden in Waging angelegt, jeweils einer in Wonneberg, Taching, Fridolfing und Kirchanschöring. Liebe Tittmoninger, liebe Pettinger – macht bitte weiterhin viel Werbung für Streuobstpflanzungen, auch bei euch in der Gemeinde! Uns fehlen nur noch 46 neue Streuobsthochstämme bis zur „Schallmauer“ von 1.000 neu gepflanzten Hochstämmen im TS-Teil der Ökomodellregion – die müssten wir kommendes Jahr packen! J
  • Beispielhaft haben die Landwirtschaftsschüler aus Traunstein unter Anleitung von Wildlebensraumberaterin Regina Bernhardt und Carsten Voigt vom LPV im Herbst einen Obstanger in Großscherzhausen / Otting gepflanzt, bei Familie Baderhuber, s. Artikel „Obstanger mit alten Sorten angelegt“ auf der Webseite der Ökomodellregion.

 

In den drei Gemeinden der ÖMR, die zum Landkreis BGL gehören (Laufen, Saaldorf-Surheim, Teisendorf) pflanzt die Biosphärenregion BGL sehr erfolgreich, nur liegen uns da keine separaten Zahlen vor.

 

  • Auch bei den Baumpatenschaften sticht Waging positiv heraus. Ein herzliches Dankeschön an alle unsere Baumpaten, die sich um die Pflege kommunaler oder privater Wiesen kümmern! In Taching und in Fridolfing hätte ich Anfragen zweier künftiger interessierter Baumpaten, die gut ausgebildet und sehr zuverlässig sind und großes Interesse an einer Streuobstwiese haben - wer seine Wiese / Streuobstwiese für die Neuanlage oder Pflege durch Baumpaten zur Verfügung stellen möchte, soll sich bitte bei mir melden!
  • Wer sich für Baumschnitt und Pflege noch Fertigkeiten aneignen möchte, bitte auf Kreisfachberater Markus Breier zugehen, oder auf Ihren örtlichen Gartenbauverein – im Frühjahr soll wieder der mehrtägige, sehr lohnenswerte Baumschnittkurs in Palling angeboten werden, vom 7. bis 10. März geplant, soweit mit Corona vereinbar. Ein Veredelungskurs von Markus Breier findet am Montag, 11. April statt (Abendkurs). Mehr Infos dazu unter garten-traunstein.de (Seite des Kreisverbands für Gartenkultur und Landespflege).
  • An der Biosammelzertifizierung des LPV Traunstein unter Leitung von Jürgen Sandner haben auch heuer wieder einige Betriebe aus dem Landkreis Traunstein teilgenommen. Wer seine Streuobsternte nicht hauptsächlich selbst verbraucht, sondern zu einer biozertifizierten Abnahmestelle bringen möchte (Keltereien Stöger oder Pölz, Brennerei Gramminger), kann sich für die nächste Zertifizierungsrunde durch den LPV gern vormerken lassen. Der Vorteil: Biozertifiziertes Streuobst wird besser bezahlt, der bürokratische Aufwand für die Zertifizierung bleibt für die Teilnehmer sehr gering, weil die Abwicklung über den LPV läuft (dafür werden 2,-€ pro dt abgezogen).
  • Die Ölmühle Garting bei Schnaitsee hat sich vor wenigen Jahren biozertifizieren lassen und wäre bereit, ein Bio-Walnussöl zu pressen. Leider ist die Verarbeitung wegen der geringen Erntemengen an Biowalnüssen heuer bei uns noch nicht gestartet. Hoffen wir auf eine gute Nussernte im kommenden Jahr. Biobetriebe können ihren Obstanger einfach mitzertifizieren lassen, oder bei der Bio-Kontrollstelle telefonisch nachmelden, denn manchmal ist das Obst nicht im Zertifikat enthalten.
  • Gut entwickelt hat sich die Verarbeitung von regionalem Biostreuobst in Zusammenarbeit mit der Brennerei Gramminger in Taching-Mauerham. Von Franz Gramminger Junior sind inzwischen sogar regionale Bioschnäpse aus Streuobstanbau verfügbar, der erste „Waginger See Schnaps“, sehr schön präsentiert in seinem neuen Verkostungsraum mit Gewölbe und so beworben von der Touristinfo Waging am See im Rahmen der Bio- „Waginger See-Produkte“ (vgl. den Link auf der Tourismusseite https://www.waginger-see.de/urlaubsplanung/genussregion/bio-genuss-waginger-see ). Schön wäre es, wenn im kommenden Jahr der Aufbau neuer sortenreiner Bio-Obstbrände gelingen könnte, dafür sind ca. 3 Zentner sortenreines Obst pro Brand erforderlich. S. dazu auch den Artikel „Der Geist der Handwerkskunst“ zur Biobrennerei Gramminger auf der Webseite der ÖMR.
  • Vor wenigen Wochen fand die Obstwiesenführung auf dem Betrieb Stief in Mauerham bei Taching mit anschließender Schnapsverkostung bei Familie Gramminger statt, s. Artikel „Von der Biobirne zum Bioschnaps“ auf der Webseite, organisiert von Kreisfachberatung und LPV mit Unterstützung der ÖMR, mit fast 40 Teilnehmern.
  • Beate Rutkowski, unsere AG-Sprecherin, hat uns eine Information zum neuen Aktionsleitfaden des BN „Ein Herz für Streuobstwiesen“ Mehr Infos dazu und der Link zum Herunterladen stehen unten. Wenn der neue Streuobstpakt gelingen soll, den die Staatsregierung und die Umweltverbände beschlossen haben – 1 Mio neue Streuobsthochstämme im nächsten Jahrzehnt -, müssen wir unsere Anstrengungen vervielfachen, parallel dazu im Bereich der Vermarktung von Streuobst. Wenn ich sehe, was für gute Fachleute wir in der Region mit den vielen engagierten Obst- und Gartenbauvereinen, mit aufgeschlossenen Landwirten, mit LPV, Kreisfachberatung und Umweltverbänden haben, bleibe ich zuversichtlich, dass wir gemeinsam noch viel erreichen können.
  • Beim Thema Artenschutz hat uns heuer ganz besonders die Erstellung des „Ökologischen Pflegemanagements für kommunale Grünflächen“ in Atem gehalten, durch das Büro Schuardt in Traunstein, bei dem uns ebenfalls die Kreisfachberater Markus Breier und Sepp Stein sowie die Biodiversitätsberater zur Seite stehen. In sechs von elf beteiligten Gemeinden wurde der Bestand an kommunalen Flächen und ihr Zustand im Hinblick auf Verbesserungsmaßnahmen für kleine Lebensräume erfasst, die Pflegeempfehlungen dafür sollen über den Winter fertiggestellt werden. Das Projekt soll in der zweiten Hälfte kommenden Jahres abgeschlossen werden – und natürlich soll es kein Papiertiger werden, sondern wird schon im Vorfeld mit den Gemeindeverwaltungen, Bauhöfen und weiteren Beteiligten (z.B. Biodiversitätsberater) abgestimmt und auf Umsetzbarkeit geprüft. Dazu soll es kommenden Jahres auch öffentliche Infoveranstaltungen geben (in Zusammenarbeit mit der ANL Laufen). Ganz wichtig bleibt die Abstimmung mit beteiligten Landwirten, die die kommunalen Flächen teilweise pflegen. Es liegt noch sehr viel Arbeit bis zur Umsetzung vor uns.
  • Zum Thema „Schotterwüsten“ als Anti-Gärten hat der BN heuer ein Faltblatt herausgegeben, das auch in den Gemeinden der ÖMR ausliegt. Trotz galoppierender Artenverarmung werden immer noch Gärten sehr lebensfeindlich angelegt oder gar in tote Steingebilde ohne Erde umgewandelt – wir sollten alle darauf achten, dass wir stattdessen Refugien für die Tier- und Pflanzenwelt schaffen und uns nicht von jedem unsympathischen Modetrend vereinnahmen lassen (s. Artikel „Eine Schotterwüste ist kein Lebensraum“ auf der Webseite der ÖMR). Ein Dankeschön an Beate Rutkowski für ihr Riesen-Engagement!
  • Unser 2. AG-Sprecher Leonhard Straßer hat heuer wieder einen Waldbegang organisiert, mit Förster Max Poschner vom AELF, Agrarbündnis und ÖMR, in dem es vor allem um den Sinn einer Moorrenaturierung ging, beispielhaft dargestellt im Weitmoos in Waging. Wenn Sie Gelegenheit dazu haben, bitte unterstützen Sie das Projekt, denn nur durch die Überlassung privater Flächen (es sind noch zu wenige Vereinbarungen geschlossen) kann es gelingen, mit der Renaturierung und Wiedervernässung zu beginnen – und die wird in Zeiten des Klimawandels immer wichtiger und brisanter – s. Artikel „Der Wert der Hochmoore“ auf der Webseite der ÖMR. Ansprechpartner ist die Gemeinde Waging, Bürgermeister Matthias Baderhuber.

Mehr Informationen zur Ökomodellregion finden Sie auf der Seite www.oekomodellregionen.bayern (die gerade umgestaltet wurde). Wer den Biolandbau aus der Region unterstützen und somit auch für die Artenvielfalt was tun möchte, wirft einen Blick in die neue Liste „Direkt ab Hof – Bioprodukte aus der ÖMR 2022“ und kauft im Bio-Hofladen ein oder lässt sich ganz bequem eine Ökogenusskiste mit regionalen Bioprodukten vor die Haus- oder Bürotür liefern, s. unter www.oeko-genuss.de (auch der erste Rundbrief des Vereins Ökogenuss Waginger See ist dort zu finden).

 

Zuletzt das Wichtigste: Ein ganz großes Dankeschön an Sie alle, für Ihr Engagement beim Thema Streuobst und Artenschutz! Sie tun es nicht nur für sich, Sie tun es für Ihr ganzes Umfeld und für Ihre Kinder.

 

Ich wünsche Ihnen schöne Weihnachten, Gesundheit und alles Gute für´s neue Jahr, auf eine gute Zusammenarbeit mit vielen Streuobst- und Artenschutzaktivitäten 2022!

 

Freundliche Grüße

Marlene Berger-Stöckl

 

Ökomodellregion Waginger See – Rupertiwinkel, Rathaus, Salzburger Str. 1, 83329 Waging am See

Mail , www.oekomodellregionen.bayern, Tel. 08681/ 4005-37

 

Anhang:  Info des BN Traunstein

Streuobst – Gefährdete Paradiese aus Menschenhand

 

Mit dem BN-Aktionsleitfaden wollen wir Ideen und Hilfestellungen für den Erhalt und die Neuanlage von Streuobstwiesen geben:

Aktionsleitfaden „Ein Herz für Streuobstwiesen“. Mit Basisinformationen, Förderrichtlinien, Aktionsvorschlägen und Handlungsempfehlungen für die Erhaltung, Pflege und Neuanpflanzung von Streuobstwiesen. Hrsg.: BUND Naturschutz in Bayern e.V. (BN), in Kooperation mit dem Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL), 292 S., November 2021.

https://www.bund-naturschutz.de/publikationen

https://www.bund-naturschutz.de/natur-und-landschaft/wiesen-und-weiden-in-bayern/lebensraum-wiese/lebensraum-streuobstwiese

Für Rückfragen: felix.haelbich@bund-naturschutz.de oder .

 

Weitere Informationen

  • Ökomodellregion: Waginger See – Rupertiwinkel
  • Adresse: Rathaus, Salzburger Str. 1, 83329 Waging am See
  • Telefon: 08681 / 4005-37
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