Dienstag, 08 Mai 2018 10:41

Mit dem Regenwurm hin zu einem zukunftsfähigen Dauerwald

Vortrag und Exkursion am 25.5. und 26.5. in Weibhausen

Der Klimawandel mit höheren Temperaturen, mit mehr und längeren Heiß-Trockenphasen in der Vegetationszeit, bedeutet eine Änderung der „Spielregeln“ im Naturhaushalt. War früher die Temperatur unser begrenzender Wachstumsfaktor, so wird in Zukunft das „pflanzenverfügbare Wasser“ in der Vegetationsperiode der Minimumfaktor sein. Somit entscheidet die Bodenleistung, ob wir in Zukunft mehr produzieren und eine ausreichende Ökosystemleistung erhalten, oder ob wir eine spürbare Verschlechterung wegen der fehlenden Anpassung verursacht haben.

 

Ein voll funktionsfähiger Boden mit seinem guten Humus ist daher unsere wichtigste Anpassungsmaßnahme. Dabei spielen der Regenwurm und seine Leistung eine herausragende Rolle. Er löst die Problembereiche: Versauerung, Stickstoffeintrag, Biodiversität, Luft- und Wasserspeicher. Daher müssen wir die Baumarten einbringen, die er bevorzugt und verarbeitet (z.B. Edellaubholz, sonstiges Laubholz). Da ein großer Teil der Baumarten auch für Insekten lebenswichtig ist, muss die Entwicklung zu regenwurm- und insektenliebenden Dauerwäldern führen. Gesunde Böden mit hoher Regenwurmdichte liefern den notwendigen Wasserspeicher und die benötigten Nährstoffe. Die Humusmehrung und die notwendige Erhöhung der Bodenleistung ist die beste Anpassungsstrategie für die Zukunft.

 

Neben dem „lebendigen Boden“, ohne dessen Leistung keine Biomasseproduktion denkbar ist, nimmt das Wasser die zweite wichtigste Stellung ein. Dabei ist nicht nur an den vom Meer kommenden Regen zu denken, sondern auch der über kurze, intakte Kreisläufe erzielbare Niederschlag, über die Verdunstung der Vegetation, ist  von höchster Relevanz. Dabei ist die Transpiration der Bäume und Wälder in der Vegetationsperiode entscheidend, denn ihre kühl-feuchte Luft (23-25°C am Tag) generiert wieder Niederschlag in der Region.

 

Daher benötigen wir im Waldbau gesamtheitliche Entscheidungen, die den langfristig höchsten Nutzen zum Ziel haben.

 

Das Agrarbündnis Traunstein-Berchtesgadener Land lädt deshalb ein zum Vortrag und zur Exkursion mit Ludwig Pertl, Förster und Leiter des Projektes „Links4Soils - Lebenswerter Alpenraum“:

 

Vortrag am Freitag den 25.5.18 um 20 Uhr im Gasthaus Gruber in Weibhausen,   

Exkursion am Samstag, den 26.5.18 um 9.30 Uhr, Treffpunkt ist am Bahnhof Weibhausen.

 

Die Veranstaltung wird unterstützt von der LAG Traun-Alz-Salzach im Rahmen des Bürgerengagements und von der Arbeitsgruppe Artenschutz und Streuobst der Ökomodellregion Waginger See- Rupertiwinkel.

 

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