Mittwoch, 25 Januar 2017 21:54

Naturtourismus als Schwerpunkt der Ökomodellregion

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Leader-Koordinator Sebastian Wittmoser überreicht den Förderbescheid für ein Tourismus-Konzept der Ökomodellregion an den Waginger Bürgermeister Herbert Häusl (Bild Mitte). An dem Pressetermin nahmen außerdem teil, von rechts, Gastronom Franz Tanner, die Bürgermeister  Konrad Schupfner und Hans-Jörg Birner, von links Tourist-Info-Leiterin Eva Gruber, Schülerin Johanna Parzinger, Leader-Managerin Elke Ott und Ökomodellregions-Managerin Marlene Berger-Stöckl.||| Leader-Koordinator Sebastian Wittmoser überreicht den Förderbescheid für ein Tourismus-Konzept der Ökomodellregion an den Waginger Bürgermeister Herbert Häusl (Bild Mitte). An dem Pressetermin nahmen außerdem teil, von rechts, Gastronom Franz Tanner, die Bürgermeister Konrad Schupfner und Hans-Jörg Birner, von links Tourist-Info-Leiterin Eva Gruber, Schülerin Johanna Parzinger, Leader-Managerin Elke Ott und Ökomodellregions-Managerin Marlene Berger-Stöckl.||| Hans Eder|||

Leader fördert Tourismuskonzept – Bürger zur Mitarbeit aufgerufen - Teilnahme an Wettbewerb geplant

Waging am See. Die Ökomodellregion Waginger See-Rupertiwinkel will ein Konzept für ein touristisches Profil entwickeln – mit Schwerpunkt auf naturnahem Tourismus. Neben der ökologischen Zielsetzung in Sachen Landwirtschaft war es von Anfang an ein zweiter wichtiger Punkt der Ökomodellregion gewesen, auch den Tourismus zu fördern. Nun ist es gelungen, mit Unterstützung der Leader-Region Traun-Alz-Salzach eine Förderung von 12000 Euro für dieses rund 28000 Euro teure Konzept zu bekommen.

 

Für die Erstellung dieses Konzepts ist die „Arbeitsgruppe für Landnutzungsplanung“( AGL) unter Federführung von Prof. Dr. Ulrike Pröbstl-Haider aus Polling im Landkreis Weilheim beauftragt worden. Dieses soll in den nächsten Monaten auch unter Beteiligung von regionalen Fachleuten und von interessierten Bürgern erarbeitet werden – dabei ist jetzt Eile angesagt. Denn gerade jetzt ist vom Bayerischen Umweltministerium ein Wettbewerb ausgelobt worden, der genau in diese Richtung geht. Als Pilotprojekt sollen über den Wettbewerb drei Gemeinden ausgewählt werden, die sich zu einer Naturtourismus-Region entwickeln sollen und die dafür jeweils eine Förderung von bis zu 70000 Euro erhalten. Daran will sich die Ökomodellregion auch beteiligen, und deshalb muss das Konzept bis April fertig sein.

 

Bei einem Pressegespräch mit allen Beteiligten am Donnerstag im Landhaus Tanner in Aglassing wurde betont, dass Anlass und Ziel des Konzepts zwar keineswegs die Teilnahme an dem Wettbewerb ist, dass man sich davon aber zusätzliche Motivation erhofft. Bei dem Konzept gehe es vor allem darum, einen praxisorientierten Leitfaden zu erstellen, der dem Gast die Ökomodellregion Waginger See-Rupertiwinkel erkennbar und erlebbar machen solle. Hier sollen die Alleinstellungsmerkmale in den Bereichen Biolandbau und regionale Produkte untersucht werden, basierend auf Angeboten im Naturtourismus.

 

Die Gemeinden der Ökomodellregion – mit an Bord erstmals auch die neuen Mitglieder Teisendorf, Saaldorf-Surheim und Laufen aus dem Landkreis Berchtesgadener Land – freuen sich, dass die Förderzusage inzwischen eingetroffen ist. Sebastian Wittmoser, Leader-Koordinator am Landwirtschaftsamt Rosenheim, überreichte den Förderbescheid symbolisch an den Waginger Bürgermeister Herbert Häusl. Waging hat nämlich innerhalb der Ökomodellregion die Trägerschaft für das Projekt übernommen und trägt mit  55 Prozent auch den Hauptteil der verbleibenden Kosten.  Der Rest der Kosten verteilt sich auf die übrigen neun Gemeinden der Ökomodellregion, gestaffelt nach der Zahl der Übernachtungen von 2015. Unterstützend mit von der Partie sind auch die Tourismus-Verbände der beiden Landkreise. Die Projektleitung liegt bei Eva Gruber, der Leiterin der Tourist-Info Waginger See. Kooperationspartner sind die Leader-Gemeinden des LAG-Gebiets Traun-Alz-Salzach und die Gemeinden der Ökomodellregion.

 

Wichtig ist bei dem Prozess, an dessen Ende das Konzept stehen soll, die Bürgerbeteiligung: Neben touristischen Fachleuten aus den zwei Landkreisen seien alle interessierten Bürger aufgerufen, an den voraussichtlich zwei geplanten Arbeitssitzungen teilzunehmen, so der Kirchanschöringer Bürgermeister Hans-Jörg Birner. Der Tourismus sei immer schon ein wichtiges Arbeitsfeld der Ökomodellregion gewesen, aber man habe mit einem eigenen Konzept noch warten wollen, bis man einiges vorzuweisen habe: Und das sei nun nach zwei Jahren durchaus der Fall. Am 31. Januar wird Professorin Dr. Pröbstl-Haider erstmals in die Region kommen.

 

Bürgermeister Häusl nannte es als Ziel der touristischen Arbeit der Ökomodellregion, die Produktion ökologisch erzeugter Lebensmittel in Verbindung mit dem Fremdenverkehr anzukurbeln. Leader-LAG-Vorsitzender Konrad Schupfner, der Tittmoninger Bürgermeister, formulierte es als Ziel, in dieser sich gegenseitig ergänzenden und bereichernden Zusammenarbeit – Gemeinden, Ökomodellregion, Leader und Fremdenverkehrsverbände – im Tourismusbereich „eine eigene Identität zu entwickeln, die für alle passt“. Dem schloss sich Leader-Koordinator Wittmoser gerne an: Diese Zusammenarbeit sei „ein Paradebeispiel für die Nutzung von Synergieeffekten“.

 

Alle Gesprächsteilnehmer hoben hervor, wie unproblematisch und rasch sich dieses Projekt entwickelt, wie groß die Bereitschaft zur Teilnahme – gerade auch bei den „Neuen“ – gewesen sei. „In kurzer Zeit standen alle dahinter“, meinte etwa Ökomodellregion-Managerin Marlene Berger-Stöckl, „das ist sehr gut gelaufen“ – und das, obwohl die Zielvorgabe wegen der zwischenzeitlichen dazugekommenen Teilnahme an dem Wettbewerb, recht „sportlich“ geworden sei. Das „Genussthema“, um das es hier ganz wesentlich gehe, habe in manch anderen Regionen, gerade auch in Österreich, enormes Potenzial entwickelt.

 

In einem regen Gespräch in der Runde im Landhaus Tanner wurden dann zahlreiche bereits vorhandene oder künftig mögliche Ansätze aufgezeigt, wie man einerseits den Gästen, und natürlich genauso auch Einheimischen, interessante Angebote machen könne, die dann andererseits den Absatz ökologisch erzeugter Produkte ankurbeln könnten. Tourist-Info-Leiterin Eva Gruber zählte auf: die Kochkurse der Ökomodellregion mit regionalen und saisonalen Produkten, Kutschfahrten, mit den Fischern am See mitfahren, Bier- und Schnapsverkostungen, Kräuterwanderungen, Brot backen und vieles andere mehr. All dies sei, so Wittmoser, eine Stärkung des ländlichen Raums; denn Nachhaltigkeit bedeute nicht zuletzt, dass für diejenigen, die sich an solchen Aktionen beteiligen, „dabei auch etwas herausschaut“, dass sie damit also auch eine Einnahmequelle haben.

 

Die Ökomodellregion findet übrigens derzeit auch Eingang in den Schulunterricht. Am Annette-Kolb-Gymnasium Traunstein widmen sich elf Schüler in ihren Seminararbeiten der 11. Klasse verschiedenen Aspekten der Ökomodellregion. Bei dem Gespräch mit dabei war Johanna Parzinger aus St. Leonhard, die sich dabei des Themas „Tourismus“ annimmt. Und das Landhaus Tanner war deswegen als Ort der Besprechung gewählt worden, weil Inhaber Franz Tanner auf seiner Speisekarte viele regionale und biologische Produkte von Erzeugern aus der Region stehen hat und die Gaststätte  verschiedenen Bereichen auch bereits zertifiziert ist. Er sei damit, wie gesagt wurde, „ein Vorbild“. he

 

Autor Hans Eder - Artikel aus der SOR vom 23.01.2017 und im TS Tagblatt vom 24.01.2107

 

Gelesen 323 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 25 Januar 2017 22:01