Freitag, 09 Dezember 2016 10:42

Ökomodellregion als Lehrobjekt

Besonderes Interesse zeigen die polnischen Landwirte am Milchtaxi, mit welchem Johann Englschallinger (rechts) die Kälber auf seinem Milchviehbetrieb in Bio-Umstellungsphase füttert. Organisator Jerzy Rychter (2. v. rechts) übersetzt alle Informationen für die rund 40 polnischen Studienfahrtteilnehmer.||| Besonderes Interesse zeigen die polnischen Landwirte am Milchtaxi, mit welchem Johann Englschallinger (rechts) die Kälber auf seinem Milchviehbetrieb in Bio-Umstellungsphase füttert. Organisator Jerzy Rychter (2. v. rechts) übersetzt alle Informationen für die rund 40 polnischen Studienfahrtteilnehmer.||| Dorothee Englschallinger|||

Studienfahrt polnischer Landwirte – Drei Biohöfe zeigen sich gastfreundlich

Drei Landwirte aus der Ökomodellregion Waginger See – Rupertiwinkel sahen es als eine große Ehre an, dass sie ihre Höfe als Vorzeigeobjekte präsentieren durften. Eine Delegation polnischer Landwirte, Vertreter des Landwirtschaftsamtes und landwirtschaftlicher Berater aus dem Süden Polens zeigte reges Interesse an den Abläufen auf den biologisch bewirtschafteten Betrieben.

 

Das Landwirtschaftliche Beratungszentrum aus der polnischen Region Wojewodschaft Rzeszów hatte zu einer Studienfahrt nach Bayern eingeladen. Nachdem die rund 40 Teilnehmer der Lehrfahrt bereits das Landwirtschaftliche Bildungszentrum Triesdorf und eine Biogasanlage mit Nahwärmenetz für rund 100 Haushalte in Franken besichtigt sowie den Priener Regional- und Biomarkt und die Stadt Altötting besucht hatten, waren sie einen Tag in der Ökomodellregion Waginger See- Rupertiwinkel unterwegs.

 

Projektmanagerin Marlene Berger-Stöckl hieß die interessierte Reisegruppe mit einem Vortrag über die Ökomodellregion Waginger See – Rupertiwinkel willkommen. Sodann startete der polnische Reisebus zur Besichtigungsrundfahrt auf die drei ausgewählten Biobetriebe. Franz Obermeyer aus Tengling informierte auf seinem Ackerbaubetrieb über die ökologische Bewirtschaftungsweise seiner Flächen. Jerzy Rychter, der Organisator der Studienfahrt, fungierte als Übersetzer und hatte alle Mühe, die zahlreichen Fragen der polnischen Landwirte an die oberbayerischen Betriebsinhaber zu stellen.

 

Den seit 1981 nach biologischen Richtlinien geführten Betrieb von Hans Glück in Grassach bei Tittmoning erreichte die polnische Reisegruppe um die Mittagszeit. Nach einem Hofrundgang mit vielen Informationen über den ökologischen Anbau von Feldgemüse, die betriebene Mutterkuhhaltung und die Direktvermarktung der eigenen Bio-Produkte im Hofladen bewirtete Hans Glück seine Gäste mit einer deftigen Gulaschsuppe.

 

Johann Englschallinger berichtete auf seinem Milchviehbetrieb in Kay über die Motivation, den landwirtschaftlichen Betrieb von konventioneller auf biologische Bewirtschaftung umzustellen. Nach anderthalbjähriger Umstellungsphase darf der Betrieb seine Milch ab dem kommenden Jahr als Bioprodukt vermarkten.

 

Jerzy Rychter bestätigte als Reiseorganisator die Meinung der polnischen Landwirte: „Wir sind noch nicht soweit. Zuerst waren alle bio, dann haben sie sich industrialisieren lassen.“ Als erster Schritt in die „biologische“ Richtung, diente diese Studienfahrt der polnischen Landwirte, wofür sie sich bei den drei gastfreundlichen Biobetrieben herzlich mit einem Präsent bedankten.

 

Autorin: Dorothee Englschallinger (Zeitung: SOR, Erscheinungsdatum: 07.12.2016)

 

 

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