Dienstag, 08 November 2016 23:06

Der Zauber des Obstangers – weitere Streuobstfreunde gesucht

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500. Streuobsthochstamm in Lampoding gepflanzt

Kirchanschöring. Zwei neue Obstanger wurden vom Landschaftspflegeverband Traunstein e.V. mit 24 Schülern aus der Staatlichen Berufsschule Traunstein III, Fachrichtung Gartenbau, im Bereich der Ökomodellregion Waginger See/ Rupertiwinkel angelegt. Gemeinsam pflanzten die Berufsschüler mit ihren Lehrern Klaus Herold und Manfred Maier sowie Carsten Voigt vom Landschaftspflegeverband Traunstein jeweils acht neue Bäume auf zwei Wiesen in Lampoding an – und damit den 500. Streuobsthochstamm.

 

Einmal im Jahr beteiligt sich die Staatliche Berufsschule Traunstein III an der Aktion „Streuobsthochstammpflanzung“ mit dem Landschaftspflegeverband e. V. Traunstein. Die Schüler im ersten Lehrjahr lernen den Aushub des Pflanzlochs, die Einbettung des Wühlmauskorbes, die Pfosten optimal zu setzen, die Anbindetechnik und schließlich den wichtigen Pflanzschnitt. Carsten Voigt vom Landschaftspflegeverband Traunstein e. V. erklärte: „Der Vorteil ist, dass sich die Obstwiesenbesitzer die Arbeit sparen, während die Schüler das fachgerechte Pflanzen der Bäume erlernen. Vor allem aber verstehen die Schüler auch, warum man Obstwiesen wieder vermehren will und erfahren den Hintergrund der Fördermaßnahme.“ Mit ihrem Engagement leisten die angehenden Landschaftsgärtner auch praktische Naturschutzarbeit, die es ihnen ermöglicht, sich mit der Thematik nicht nur theoretisch auseinanderzusetzen.

 

1. Bürgermeister Hans-Jörg Birner und Projektleiterin Marlene Berger-Stöckl von der Ökomodellregion Waginger See/Rupertiwinkel sind zufrieden. Das geplante Ziel, das sich die Ökomodellregion seit ihren Anfängen im Jahr 2014 gesetzt hat, nämlich die Einpflanzung von 1.500 Streuobsthochstämmen, ist nach zwei Jahren bereits zu einem Drittel geschafft.

 

Die Charakteristik von Streuobstwiesen ist die extensive Bewirtschaftung, Erhaltung alter Regionalsorten und die Sortenvielfalt in bester Qualität. Die Früchte entsprechen nicht der makellosen EU-Norm und sind deshalb in ihrer Form unverkennbar als ein natürliches, heimisches Produkt. Ein Streuobstbaum bietet zudem einen ausgezeichneten Lebensraum für eine artenreiche Pflanzen- und Tiervielfalt. Auf mehreren „Etagen“ lassen sich viele seltene Vögel, Kleinsäuger und zahlreiche Insektenarten nieder.

 

Über den Begriff „Streuobstwiese“ gibt es unterschiedliche Auffassungen. Eine beruht darauf, dass auf den Wiesen Streu (Heu als Einstreu für die Tierhaltung) und Obst gewonnen wurde. Eine andere, wahrscheinlichere Erklärung begründet den Namen damit, dass die Obstbäume durch den weiten Abstand den Eindruck vermitteln, als wären sie zufällig so verstreut worden. Diese aufgelockerte Anordnung mit ihren vielfältigen Formen prägt das idyllische Landschaftsbild erheblich mit. Ein reifer Obstanger ist ein echtes Naturerlebnis, der nicht nur zum Naschen, sondern auch zum Verweilen einlädt, und so manch „nostalgischen Zauber“ in sich verbirgt, den man heutzutage fast schon vergessen hat.

 

Im kommenden Frühjahr wird es im Landkreis Traunstein keine eigene geförderte Pflanzaktion geben, sondern erst wieder im Herbst 2017. Willkommen sind wieder Streuobstfreunde aus der gesamten Ökomodellregion, die zu weiteren Pflanzaktionen bereit sind. Genaue Auskünfte über die Förderungen und Voraussetzungen gibt es direkt beim Landschaftspflegeverband e. V. in Traunstein.

 

Artikel aus dem Traunsteiner Tagblatt vom 8.11.2016, Autorin Gitti Sojer

 

Gelesen 591 mal Letzte Änderung am Dienstag, 08 November 2016 23:11