Mittwoch, 02 September 2015 02:00

Luftbilder - „Ins Land eineschau’n“

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Sommerzeit und Erntezeit: Dieser Blick über das Wonneberger Land spiegelt die aktuelle Jahreszeit gut wider, von Burgstall über Ramgraben (rechts) und Untermoosen nach St. Leonhard im Hintergrund. Und die Kulisse der Berge gehört natürlich auch dazu.|| Sommerzeit und Erntezeit: Dieser Blick über das Wonneberger Land spiegelt die aktuelle Jahreszeit gut wider, von Burgstall über Ramgraben (rechts) und Untermoosen nach St. Leonhard im Hintergrund. Und die Kulisse der Berge gehört natürlich auch dazu.|| Georg Unterhauser / www.luftbild-traunstein.de||

Georg Unterhauser fängt faszinierende Luftbilder aller Ortschaften der Gemeinde Wonneberg ein

„Ins Land eine-schau’n“: Das ist die inzwischen in der Region bereits gut verbreitete Leidenschaft von  Georg Unterhauser aus Straß in der Gemeinde Waging am See, bekannt als Kreisfachberater für Gartenbau im Landratsamt Traunstein und  bis vor kurzem Vorsitzender des Gartenbauvereins Otting. Mit seiner Drohne hat er in den vergangenen drei Jahren faszinierende Luftbilder zunächst von der Pfarrei Otting „geschossen“, dann von der Marktgemeinde Waging, und jetzt steht als aktuelles Projekt die Gemeinde Wonneberg an. 

 

Er ist jetzt schon geraumer Zeit wieder mit seinem Fluggerät auf Tour und entdeckt dabei die entlegensten Orte und Einöden der Gemeinde Wonneberg. Ihm ist es ein Anliegen, dass die Menschen der Gemeinde darauf aufmerksam gemacht werden, dass er das gesamte Gebiet befliegen wird. „Rein ehrenamtlich“, wie er betont, „ohne jeden wirtschaftlichen Hintergrund und auch ohne Auftrag der Gemeinde.“ Wenn er vor Ort auftaucht, sollten die Leute wissen, wer er ist, was er macht und vor allem auch, warum er es macht. Keineswegs wolle er jemanden ausspionieren, und niemand solle sich gar bemüßigt fühlen, bei sich daheim etwas aufräumen zu wollen. Auf die Privatsphäre werde jederzeit Rücksicht genommen, versichert Unterhauser, und aus einer Höhe von rund hundert Metern ließen sich auch kaum Einzelheiten erkennen.

 

Eine ganze Reihe der Orte in der Gemeinde hatte Unterhauser bereits  „abgearbeitet“, weil ein doch gar nicht so kleiner Teil der Gemeinde Wonneberg zum Pfarrsprengel Otting gehört, den Unterhauser ja bereits komplett erfasst hatte. Allerdings werden doch nicht wenige Ansichten nochmals abfotografiert, um wirklich aktuell zu sein. Unterhauser ist, wie man weiß, ein penibler Arbeiter – und so wird aus dem ebenfalls zeitlich doch sehr aufwendigen Fotografieren aller Bereiche der Gemeinde auch ein gutes Stück Heimat- und Ortskunde.

 

Sieben Dörfer bezeichnet eine offizielle Liste der Gemeinde: St. Leonhard, Weibhausen, Egerdach, Enzersdorf, Zell, Plattenberg und Kirchhalling. Was dann aber richtig Arbeit macht, ist die übrige Gemeinde, offiziell bestehend aus 44 Weilern und Einöden, die teilweise ganz versteckt liegen. Nicht nur für den aus der Gemeinde Eggstätt „zuagroasten“ Schorsch Unterhauser gibt es da manch unbekanntes Terrain zu entdecken. Auch nicht wenige Gemeindebürger werden bei seinen Bildern, wenn er sie am Donnerstag, 12. November, um 19 Uhr bei einem Vortrag im Gasthaus Weibhausen zeigen wird, manches entdecken, was sie noch nicht oder zumindest schon lange nicht mehr besucht und gesehen haben.

 

Das ganze ist, wie Unterhauser selbst sagt, eine Art Puzzle, das nach und nach zusammengetragen wird und auf dem sich die Lücken nach und nach schließen, bis ein Gesamtbild entsteht, das umfassend ist. „Jedes Häusl“, sagt Unterhauser, „und sei es noch so versteckt“, werde in seinem Bildervortrag zu sehen sein. Neben dem heimatkundlichen sieht Unterhauser auch den historischen Aspekt. Schon bei seinen früheren Vorträgen hat er manchmal, wo er der entsprechenden Bilder habhaft wurde, die aktuellen Aufnahmen historischen Bildern gegenübergestellt. Und da erst wird dem Betrachter so richtig bewusst, wie sehr sich doch Landschaft und Ortschaften in den vergangenen Jahrzehnten verändert und entwickelt haben.

 

So appelliert Oberhauser auch jetzt wieder an alle Wonneberger, ihm doch alte Aufnahmen, insbesondere Luftaufnahmen, zur Verfügung zu stellen, damit er seine Einst-und-Jetzt-Gegenüberstellungen machen kann. Und er denkt auch voraus: In zehn, 20 oder gar noch mehr Jahren, sagt er, werden interessierte Heimatforscher froh sein, wenn sie auf einen solch genauen und vollständigen Fundus an Aufnahmen zurückgreifen können, um ihrerseits festzustellen, wie sehr sich doch alles verändert hat.

 

Das Gerät, das ihm diese wunderbaren Luftaufnahmen in so noch kaum gesehenen Perspektiven ermöglicht, ist eine rund ein Kilo schwere Drohne mit vier Propellern. Zwei Kameras hat  sich Unterhauser dafür angeschafft, und per Fernsteuerung lässt sich die Drohne genau dahin bewegen, wo man sie haben möchte, und sie kann auch in der Luft stehenbleiben – immer vorausgesetzt, der „Steuermann“ weiß, wie es geht, und hat es im Gefühl.  Über eine Videoverbindung sieht er am Boden genau das, was die Drohne oben „sieht“, und kann sich so die idealen Blickwinkel aussuchen.

 

Unterhausers Begeisterung, seine Genauigkeit und seine Disziplin gehen hier eine gelungene Verbindung ein – die Fotoschau im Spätherbst wird davon Zeugnis ablegen. Voraussichtlich werden die Bilder –  wie im Fall Otting geschehen -– wieder  in einem Bildband zusammengefasst. Diesen kann man dann käuflich erwerben und hat – ganz nach Bedarf – entweder ein sehr schönes Geschenk oder einen hochinteressante bildliche Zusammenfassung seiner unmittelbaren Heimat. 

he

 

Gelesen 1838 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 02 September 2015 11:22