Montag, 21 Oktober 2019 15:07

„Gut, dass es die Grenze nicht mehr gibt“

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Der Initiative des Wonneberger Ortsheimatpflegers Hans Maier ist es zu verdanken, dass hier bei Weibhausen eine Tafel aufgestellt wurde, die an die alte Grenze zwischen Bayern und Salzburg erinnert.|Auch Kreisheimatpfleger Dr. Christian Soika war gekommen, als die neue Grenztafel bei Weibhausen ihrer Bestimmung offiziell übergeben wurde. Vor rund 60 Besuchern nannte er es „ein gutes Zeichen, dass es die Grenze nicht mehr gibt“.|||| Der Initiative des Wonneberger Ortsheimatpflegers Hans Maier ist es zu verdanken, dass hier bei Weibhausen eine Tafel aufgestellt wurde, die an die alte Grenze zwischen Bayern und Salzburg erinnert.|Auch Kreisheimatpfleger Dr. Christian Soika war gekommen, als die neue Grenztafel bei Weibhausen ihrer Bestimmung offiziell übergeben wurde. Vor rund 60 Besuchern nannte er es „ein gutes Zeichen, dass es die Grenze nicht mehr gibt“.|||| Peter Wolff|Peter Wolff||||

Erinnerungstafel an die Grenzziehung zwischen Bayern und Salzburg ihrer Bestimmung übergeben

Wonneberg. Nun ist die neue Tafel, die an die alte salzburgisch-bayerische Grenze bei Weibhausen erinnert, auch offiziell ihrer Bestimmung übergeben worden. Rund 60 Interessierte hatten sich am Freitagabend an dem Platz im Westen der Ortschaft eingefunden, um bei den kurzen Ansprachen etwas über den historischen Hintergrund zu erfahren.

 

Bürgermeister Martin Fenninger begrüßte seine Kollegen aus Waging am See und Surberg, Matthias Baderhuber und Sepp Wimmer, und etliche „geschichtserfahrene Leute“, denen er gleich darauf das Wort übergab. Das waren Ortsheimatpfleger Hans Maier, der das Projekt Grenztafel initiiert hat, Kreisheimatpfleger Dr. Christian Soika und der frühere Waginger Ortsheimatpfleger Franz Patzelt. Sie alle trugen Details zu der spannenden Geschichte der Grenz-Entstehung und -Beendigung bei.

 

Zuvor aber bedankte sich Fenninger bei Maiers Initiative, der er unter dem Motto „Wenn du die Arbeit machst, zahlt die Gemeinde“ gern zugestimmt habe. Allerdings sei dann aber doch die Gemeinde auch personell eingespannt worden. Bewegte Jahre seien es seinerzeit gewesen, meinte der Bürgermeister im Rückblick auf die Jahrhunderte, da der Rupertiwinkel salzburgisch war. Er würde sich gern mal per Zeitreise zurückversetzen lassen, meinte er. Dann aber übergab er den Experten das Wort.

 

Maier merkte an, dass er sich durch die Grenzwanderungen in der Pfarrei Otting zu der Initiative habe inspirieren lassen, zudem gebe es bereits in vielen Gemeinden ähnliche Grenztafeln. Er dankte der Gemeinde und allen sonstigen Helfern für die Unterstützung, erwähnte dabei namentlich den Bautechniker der VG Waging Franz Fenninger und Wonneberger Bauhofmitarbeiter Konrad Kriegenhofer. Dann skizzierte er den Besuchern den ungefähren Verlauf der damaligen Grenze im Gebiet der Gemeinde Wonneberg und erwähnte dabei, dass die Wälder in diesem Gebiet seinerzeit der königlich-bayerischen Saline gehört hatten und erst später an die Bauern aufgeteilt wurden.

 

Kreisheimatpfleger Soika nannte es „ein gutes Zeichen, dass es die Grenze nicht mehr gibt“. Dies sei ein schönes Symbol. Es sei gut, daran zu erinnern, aber sie habe keine Bedeutung mehr. Dann fügte er noch an, dass der Rupertiwinkel, also das damals zu Salzburg gehörende Gebiet westlich von Salzach und Saalach, seinerzeit von der Obrigkeit großzügig unterstützt und mit Steuererleichterungen ausgestattet worden sei; dies habe unter anderem zum Bau vieler schöner Kirchen geführt.

 

Franz Patzelt schließlich ging zurück ins 13. Jahrhundert. Damals habe der Salzburger Bischof nach und nach so viele Besitzungen gestiftet bekommen, dass er ein eigenes Staatsgebiet begründen konnte, was in verschiedenen Verträgen mit dem Land Bayern dann auch offiziell festgelegt worden sei. Und so verweist die neue Tafel in ihrem Text auf die folgende jahrhundertelange Geschichte: „Historische Landesgrenze 1275 – 1803 n. Chr. Zwischen dem Erzstift Salzburg und Bayern“. Und darunter weisen zwei Pfeile in die jeweiligen Richtungen: „Chiemgau“ einerseits und Rupertiwinkel andererseit. Erst 1803, soPatzelt, sei dieses Gebiet auseinandergebrochen, und nach wechselhaften Jahren sei dann der Rupertiwinkel endgültig zu Bayern gekommen. Im Übrigen sei der Grenzverlauf nie wirklich ganz genau festgelegt gewesen, der grobe Verlauf habe sich oft an Bächen orientiert beziehungsweise sei schriftlich so beschrieben worden, dass er von einer Ortschaft zur nächsten verlaufe.

 

Nach diesen Erläuterungen setzten sich die Besucher dieses kleinen Einweihungsakt in Richtung Gasthaus Gruber in Bewegung, allen voran die Musikanten des Kulturkreises, die dann auch das gemütliche Zusammensitzen im Wirtshaus mit ihren Melodien umrahmte.

 

Hans Eder

 

Bilderserie zur Erinnerungstafel

 

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