Sonntag, 28 Oktober 2018 17:45

Warum braucht die Gemeinde Wonneberg eine eigene Feuerwehr?

geschrieben von
|||| |||| Leonhard Fenninger||||

Immer wieder höre ich von Gemeindebürgern, daß die Feuerwehr Wonneberg ein Schmarrn sei und keiner braucht.

Sie gehen sogar soweit, daß wenn ihnen was passiert, die Wonneberger Feuerwehr gar nicht kommen braucht und sie lieber auf die Nachbarsfeuerwehr warten wollen.

 

Fakt ist aber, daß diese Leute nicht die Einzigen sind mit diese Meinung. Es stellt sich immer wieder die Frage: Warum hat jede Gemeinde eine eigene Feuerwehr? Ganz einfach: die Gemeinde ist verpflichtet eine Feuerwehr aufzustellen. Die Grundlage finden wir im Artikel 1 Absatz 2 des Bayerischen Feuerwehrgesetzes der besagt:

Zur Erfüllung dieser Aufgaben haben die Gemeinden in den Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit gemeindliche Feuerwehren (Art. 4 Abs. 1) aufzustellen, auszurüsten und zu unterhalten.

 

Die Vollzugsbekanntmachung Bayrisches Feuerwehrgesetz (VollzBekBayFwG) führt aus:

Hilfsfrist: Um ihre Aufgaben im abwehrenden Brandschutz und im technischen Hilfsdienst erfüllen zu können, müssen die Gemeinden ihre Feuerwehren so aufstellen und ausrüsten, dass diese möglichst schnell Menschen retten, Schadenfeuer begrenzen und wirksam bekämpfen sowie technische Hilfe leisten können. Hierfür ist es notwendig, dass grundsätzlich jede an einer Straße gelegene Einsatzstelle von einer gemeindlichen Feuerwehr in höchstens zehn Minuten nach Eingang einer Meldung bei der Alarm auslösenden Stelle erreicht werden kann.

 

Jetzt ist dies also geklärt. Dies ist auch einer der Gründe warum große Flächengemeinden Teilortsfeuerwehren unterhalten. Bemerkenswert ist, daß gerade diese, die wichtigste Aufgabe der Gemeinde, nämlich der Schutz der Bevölkerung, auf Freiwillige und Ehrenamtliche übertragen wird.

 

Die Freiwilligen Feuerwehren sind die effektivste und kostengünstigste Lösung. Im Großschadensfall werden Wehren als Nachbarschaftshilfe hinzugezogen. Nachbarschaftshilfe beruht allerdings auf Gegenseitigkeit. Die Wonneberger können nicht erwarten, daß wir ständig Nachbarwehren beanspruchen und selbst nichts dazu beitragen. Zumindest müssten wir uns an deren Kosten beteiligen. Das würde aber bestimmt nicht billiger als die derzeitige Lösung.

 

Aber was wäre wenn sich Gemeinden zu Feuerwehrzweckverbänden zusammenschließen würden und an einen zentralen Ort nur eine Feuerwehr hätten? Die zehnminütige Hilfsfrist könnten wir schon mal vergessen. Außerdem, diese Feuerwehr hätte so viele Einsätze, das würde keine Ehefrau und kein Arbeitgeber tolerieren. Die Folge wären Hauptberufliche Kräfte. Der ehemalige Kreisbrandrat Hans Gnadl hat einmal berechnet: Wenn eine Berufsfeuerwehr die gleiche Qualität wie das freiwillige Feuerwehrsystem bringen müsste, betrügen allein die Lohnkosten ca.40 Mio. Euro im Landkreis. Für die Gemeinde Wonneberg würde dies eine Beteiligung von ca. 340.000 Euro allein an Lohnkosten bedeuten. Dafür würden wir jedes Jahr ein neues Fahrzeug bekommen. Es geht aber nicht nur um Kosten, Es geht auch um örtliche Kenntnisse. Wir machen regelmäßig im Gemeindegebiet Übungen.

Wir kennen alle Hydranten, Zufahrten zu Löschwasserentnahmestellen an Bächen und Teiche und wir kennen die Besonderheiten in der Bebauung. Eine zentrale Feuerwehr hätte dazu bestimmt nicht die Zeit.

 

Die Stadt München betreibt eine Berufsfeuerwehr mit ca. 1760 Beamten im Feuerwehrtechnischen Dienst an 10 Wachen. Die Kosten betragen ca 300 Mio. Euro jährlich. Und trotzdem gibt es in der Stadt München 22 Freiwillige Feuerwehren. Der Grund dafür ist einfach: Bei großen Schadensereignissen können nicht alle Feuerwachen auf einen Einsatz zusammengezogen werden, weil das normale Tageseinsatzgeschäft weitergeht. Nicht auszudenken wenn ein zweiter Einsatz eingeht und alle an einen Großeinsatz gebunden sind.

 

Genau so wäre es in unserer Gemeinde. Regelmäßig gibt es z.B. Unwettereinsätze bei denen alle 71 Feuerwehren im Landkreis eingesetzt sind. Hätten wir keine eigene Feuerwehr wie lange müssten wir warten bis jemand kommt und die Straßen freiräumt? Was ist wenn sich so ein Einsatz über Tage hinzieht? Die Feuerwehren im Landkreis sind mit ca.4700 Aktiven personell immer noch gut aufgestellt, gäbe es die nicht mehr würden wir schnell an unsere Leistungsgrenzen stoßen. Auch wir Wonneberger sind bei Großschadensereignissen im Umkreis tätig. So waren wir bei Einsätzen in Taching, Waging Surberg, Traunstein, und Otting. Nach Siegsdorf wurden wir zu einen Hochwassereinsatz gerufen weil deren eigene Kräfte nach dem mehrtägigen Einsatz aufgebraucht waren.

 

Es gäbe noch Viele Gründe warum unsere Freiwillige Feuerwehr die beste Lösung für Wonneberg ist aber belassen wir es dabei. Bei denjenigen der es nicht verstehen will helfen die besten Argumente nichts.

 

Fazit:

  1. Die Feuerwehr Wonneberg ist mit ihren beiden Fahrzeugen keinesfalls übertrieben. Wir können in kurzer Zeit adäquat eingreifen, Personen Retten und deren Hab und Gut soweit noch möglich schützen.
  2. Mit unseren ca.100 Aktiven sind wir personell bestens aufgestellt und den meisten Feuerwehren im Landkreis überlegen. Schwierig wird’s allerdings bei der Tagesalarmstärke. Auf Grund, daß es in Wonneberg fast keine Arbeitsplätze gibt und die Landwirte immer weniger werden wird’s an Werktagen schon eng. Ein Problem das alle Wehren in ganz Bayern teilen.
  3. Niemand muss Angst haben das wir im Einsatz etwas vermurxen könnten. In unseren Reihen haben wir gut ausgebildete Kräfte die sich in Lehrgängen an der Landesfeuerwehrschule und auf Landkreisebene ständig weiterbilden. Unsere Fähigkeiten stellen wir ständig bei Leistungsprüfungen, Feuerwehrbesichtigungen durch die Kreisbrandinspektion und nicht zuletzt durch die vielen Einsätze unter Beweis.
  4. Um es mit den Worten unseres ehemaligen KBI Herbert Häusl zu sagen: Das teuerste an der Feuerwehr ist das Personal und das kostet bei der Freiwilligen Feuerwehr nichts.

 

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