Montag, 09 Juli 2018 21:37

Pfarrverbandswallfahrt – Schöpfung bewahren und sich an ihr erfreuen – ein grandioser Erfolg.

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|||||||||| |||||||||| Gotthard Schleicher|Leonhard Reinmiedl|Gotthard Schleicher|Gotthard Schleicher|Gotthard Schleicher|Gotthard Schleicher|Gotthard Schleicher||||

Unter der Leitung von Herrn M. Riedl starteten am Samstag, den 7. Juli 2018 42 Fußwallfahrer zur Pfarrverbandswallfahrt nach St. Ulrich am Pillersee.

Nach dem Start um 5 Uhr ging es im schneidigen Tempo über Hufschlag, entlang der Traun nach Traundorf. Dort erreichten die Pilger um 7:20 den Bahnhof. Die Zugfahrt nach Ruhpolding reduzierte das Tagespensum der Pilger auf ca. 35 km. Die einstündige Pause in Ruhpolding wurde von allen gern als Frühstückspause genutzt. Auf dem Weg zur Laubau mussten die Pilger einen unvorhergesehen Halt machen: Eine ehemalige Ottingerin kam mit den Fahrrad den Pilgern entgegen und bot ihr ganzes Gepäck auf ihren Fahrrad den Pilgern an: Ein Kasten erfrischendes Bier! Solch eine willkommene Verzögerung stieß bei allen auf großes Wohlgefallen. Gestärkt ging es weiter zur Laubau. Von dort aus führte die Pilgerroute entlang des Weißbaches zum Staubfall. Unterwegs beeindruckten stets die schöne Landschaft und herrliche seltene Blumen. Aufgrund des tagelangen Regens führte der Staubfall so viele Wasser wie selten. Das Getöse machte eine Verständigung beinahe unmöglich. Der Weg führte vom Staubfall zum Fischbachfall und urplötzlich öffnete sich den Pilgern die Weite des Heutals. Dort angekommen, genoss die Pilgergruppe eine wohltuende einstündige Pause um die Mittagszeit.  


Der weitere Weg führte vom Heutal durch den Wald mit seinen herrlichen Feuchtwiesen in Richtung Winkelmoosalm. Mit dem Erreichen der Weidefläche übertraten die Pilger zum zweiten mal die Landesgrenze, nachdem sie seit dem Staubfall auf österreichischen Terrain pilgerten. Kurz vor 16:00 Uhr war dann das Ziel, die Winkelmoosalm erreicht. Alle waren sehr zufrieden mit sich und dem Erreichten und ließen sich mit einem tollen Abendessen der Traunsteiner Hütte verwöhnen.

 

Dies war aber nur ein Teil des Tages, denn M. Riedl platzierte unterwegs wie schon die Jahre zuvor passende Impulse und Gebete. In diesem Jahr lag der Schwerpunkt auf der Enzyklika „Laudato si“ des Papstes Franziskus. Ganz deutlich wurde allen, dass „macht euch die Schöpfung untertan“ nicht bedeutet, beutet die Erde gnadenlos aus -auf Kosten anderer- und häuft Reichtümer daraus an, sondern bedeutet: Bewahrt die Schöpfung.

 

Am Sonntag starteten um 6 Uhr 27 Radlpilger unter der Leitung von Frau H. Krasauskeite. Auf einer landschaftlich schönen und 80 km langen Strecke führte sie die Radler wohlbehalten zum Ziel: Die Wallfahrtskirche St. Ulrich am Pillersee. Vier weitere Radler wählten eigenständig eine kürzere Strecke, mussten allerdings dafür den Aufstieg zur Winkelmoos und bis zu Kammerkör in Kauf nehmen.

 

Um 8:00 trafen an der Kirche St. Johann im Gebirg auf der Winkelmoos die Eintagespilger mit Herrn Pfarrer Ager ein. Dort hielt Herr Riedl den ersten Tagesimpuls und Pfarrer Ager segnete die jetzt aus 60 Personen bestehende Fußpilgergruppe. Vor ihnen lag dann ein ca. 20 km langer Pilgerweg. Er führte durch den Wald auf das Weidegebiet unterhalb des Scheibelbergs und zum oberen Parkplatz an der Steinplatte. Alle mußten dann 600 Höhenmeter auf der Mautstraße nach Waidring absteigen. Eine kurze Rast in Waidring stärkte alle und der Weg führte durch das Grieslbachtal vorbei an St. Adolari und traf auf den Pillersee. Der Weg entlang des 1,6 km langen Sees gab erst am Ende den Blick auf St. Ulrich frei. Gegen 14:15 trafen auch Radler und die mit dem Bus angereisten Senioren, die von G. Fenninger und M. Huber begleitet wurden, ein. Zuvor besuchten Senioren die am Fuß des Wilden Kaisers gelegene Griesner Alm.

 

Vor dem Beginn heiligen Messe um 14:30 erläuterte Herr Pfarrer Ager die Entstehung der Wallfahrtskirche durch die Benediktinerabtei Rott am Inn. Ebenso erläuterte er detailliert die Innenausstattung. In seiner Predigt nahm sich Herr Pfarrer Ager der Schwerpunkte von „Laudato si“ an. Sie ist eine Umwelt- und Sozialenzyklika zugleich und setzt auf Bewusstseinsbildung und Dialog über die Zusammenhänge zwischen sozialer und ökologischer Krise. Der Mensch ist das bedürftigste aller Lebewesen. Insofern ist er am meisten von allen Geschöpfen auf die Natur angewiesen. Daher ist es naheliegend, dass der Mensch im eigenen Interesse das Leben und die Schönheit hüten soll. Papst Franziskus schreibt: „ Wir kommen jedoch nicht umhin anzuerkennen, dass ein wirklich ökologischer Ansatz sich IMMER in einen sozialen Ansatz verwandelt, der die Gerechtigkeit in die Umweltdiskussion mit aufnehmen muss, um die Klage der Armen ebenso zu hören wie die Klage der Erde.“ Jeder ist hier gefordert, mit kleinen Schritten und guten Beispiel voranzugehen.

 

Ein Beispiel um für die Umwelt sensibler zu werden, war das Pilgern durch die sehr schöne Landschaft. Zu spüren, wie gut jedem die Verbindung von Umwelt und Spiritualität tut. Menschen wollen sich von der schönen Natur anrühren lassen. Oft übersehen sie dabei den spirituellen Ansatz. Das wurde bei der großen Zahl der Urlauber am Pillersee deutlich. Dort fragte ein Ehepaar erstaunt, wieviel Pilger denn da noch kommen würden. Auf die Antwort 60 sagte einer der beiden spontan: „Um Himmels Willen!“ Jawohl, deshalb pilgerten alle; kann man es prägnanter zum Ausdruck bringen?

 

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