Mit Getreideanbau experimentieren
Das staatlich geförderte Bio-Projekt der Modellregion Waginger See – Rupertiwinkel macht es möglich, dass Biobauern neue Wege gehen können und auch experimentieren. Franz Obermeyer aus Tengling ist einer, der mit vier anderen Bauern in die versuchsweise Senfproduktion eingestiegen ist. „Im September wird man sehen, ob der Anbau Erfolg hat“, sagt er.
Zwei Drittel seiner Wirtschaftsfläche, rd. 50 ha, sind Acker und diese liegen an der Grenze zwischen dem Grünlandgebiet, das sich in den Süden erstreckt, und dem typischen Ackerbaugebiet Richtung Niederbayern. Bereits seit dem Vorjahr wird in der Region für ein Mühldorfer Naturkostunternehmen „Byodo-Senf“ angebaut. Ausgebracht wird das Senfkorn im Gemenge, das heißt, gemischt mit anderen Feldfrüchten wie Ackerbohnen, Erbsen oder Buchweizen. Das ergibt eine breite Streuung, die auch durch die Artenvielfalt im Ackerbau mit rd. einem Dutzend verschiedener Früchte das Risiko von Schädlingsbefall minimiert. Die geernteten Körner werden sodann durch verschiedene Trennungsarten getrennt, es sind dies entweder Siebe oder Farbausleser. Produziert wird ein mittelscharfer Senf. Getestet wird seit dem Vorjahr, ob die Voraussetzungen für den Anbau, etwa Klima oder Schädlingsbefall, in dieser Region günstig sind. „Mir gefällt es, dass man jetzt mit dem Verarbeiter direkt verhandelt und nicht wie früher das Getreide beim Händler abgibt und dieser den Preis bestimmt“, so Franz Obermeyer.
Der Bauer und seine Frau haben 1990 geheiratet und den elterlichen Hof übernommen, ein Jahr später den Laufstall und neun Jahre hernach den Jungviehstall sowie Bergehallen errichtet.
Prof. Ernst Standl
Betriebsspiegel
Familie: Franz Obermeyer (56), Landwirtschaftsmeister; Renate (58), gelernte Bürokauffrau; Franz (91)
Betrieb: Fläche: 89 ha (davon 50 ha in Pacht), davon 25 ha Grünland,
50 ha Acker (Kleegras, Dinkel, Roggen, Kartoffel, Emmer, eine Urform des Weizens, ein weiterer Urweizen noch vor dem Dinkel, Weizen, Nackthafer, Nacktgerste, Leinsamen, Buchweizen, Erbsen mit Senfsaat, Hafer und Gerste als Beifrucht in Linsen, Senf wird als Gemenge in Erbsen und Buchweizen gesät), 14 ha Wald. – Vieh: 45 Milchkühe, 50 Stk. Nachzucht
Adresse: Franz und Renate Obermeyer, Schröckenbauer in 83373 Tengling, Obere Dorfstraße 14, Tel. (0049)8687/228, E-Mail