Selten waren die Bedingungen für die Umstellung auf den Ökolandbau so gut wie momentan. Sowohl die Verarbeiter als auch die Politik und nicht zuletzt die Verbraucher fordern mehr regionale Produkte aus ökologischer Erzeugung.
Der bayerische Landwirtschaftsminister Brunner hätte seinem politischen Ziel, den Ökolandbau in Bayern zu verdoppeln, nicht mehr Nachdruck verleihen können. Das bayerische Kulturlandschaftsprogramm (Kulap) zahlt für die Maßnahme B10, die Bewirtschaftung des gesamten Betriebes nach den Richtlinien des Ökolandbaus, den höchstmöglichen Fördersatz von 273,- Euro pro Hektar Ökofläche. Während den ersten beiden Jahre der Umstellung wird sogar eine Prämie von 350,- Euro pro Hektar gezahlt, um die Mehrkosten bei der Umstellung etwas aufzufangen.
Die Frist zur Abgabe der Kulap-Anträge wurde bis 13. verlängert, um noch mehr Betrieben die Möglichkeit zur Antragsstellung zu geben.
Auch bei den Verarbeitern sind Produkte aus dem ökologischen Landbau gefragt. Die zwei Bio-Molkereien, die in der Region Bio-Milch erfassen suchen nach neuen Lieferanten. Sie zahlen einen nach wie vor hohen Bio-Milchpreis, während der konventionelle Milchpreis im Fallen begriffen ist.
Der Markt für ökologische Lebensmittel wächst stetig, im Jahr 2014 wurde insgesamt eine Umsatzsteigerung von 4,8% erreicht. Trotz oder gerade wegen der zunehmenden Globalisierung der Märkte sind Öko-Lebensmittel aus Bayern so stark gefragt wie noch nie.
Doch für wen rechnet sich die Umstellung? Dieser Frage wollen wir am 16. März genauer nachgehen, schließlich bleibt nach der Kulap-Antragsstellung ein dreivierteles Jahr Zeit, um zu überlegen, wie es weitergehen soll.
Terminhinweis:
Einladung zum Infoabend „Umstellung nach Maß“
am Montag, den 16. März 2015 um 20:00 Uhr
beim Oberwirt, Holzhauser Str. 2, 83329 Otting
Programm:
- 20:00 - 20:15 Uhr Rahmenrichtlinien und Förderung (Dr. Susan Rosenberger, AELF Ebersberg)
- 20:15 - 20:45 Uhr Betriebswirtschaftliche Aspekte der Umstellung (Stephan Scholz, Naturland Erzeugerring)
- 20:45 - 21:00 Uhr Keine Angst vor der Öko-Kontrolle (Hans Praxenthaler, Bio-Landwirt)
- 21:00 - 21:30 Uhr Vermarktungschancen von Bio-Milch
(Christian Wagner, Andechser Molkerei Scheitz und Herr Fischer, Milchwerke BGL) - 21:30 – 22:00 Uhr Diskussion