Seit Einführung des Regionaltags 2015 beteiligt sich unsere Ökomodellregion in Traunstein stets mit einem Stand. Stolz sind wir darauf, dass wir zum jährlichen Motto immer etwas Passendes beitragen können – natürlich auch zum diesjährigen Motto „Milch und Käse“.
Bio-Heumilch bringt die besten Voraussetzungen für einen guten Hartkäse mit, aber weil es – ganz anders als in der benachbarten oberösterreichischen Bio-Heuregion oder im Allgäu – bei uns noch kaum Verarbeiter dafür gibt, haben wir wenige Betriebe, die konsequent auf Bio-Heumilch setzen. Der Betrieb von Alfons und Resi Thaler aus Traunwalchen hat sich an unserem Stand vorgestellt, er ist echter Vorreiter beim Thema Bio-Heumilch. Seit 2007 füttern die drei Generationen Thaler, die Eltern Alfons und Resi sowie die Hofnachfolger Melanie und Matthias Starzer mit ihren Kindern, ihre Kühe silagefrei, nur mit Gras oder Heu. Seit Ende letzten Jahres wird ihre Bio-Heumilch von der Molkerei Andechs eigens erfasst. Zur Bio-Heumilchlinie der Molkerei Andechs gehört außer der Heumilch selbst auch Naturjoghurt aus Bio-Heumilch sowie Bergkäse und Emmentaler, am Stück abgepackt und in gut sortierten Supermärkten sowie im Bioladen erhältlich. Alle Produkte wurden von den zahlreichen Standbesuchern begeistert probiert. Resi und Alfons erklärten die Vorteile ihrer Heu-Bewirtschaftung: Die daraus gewonnene Milch ist reich an Omega 3-Fettsäuren, aber arm an käseschädlichen Bakterien. Hartkäse ist durch seine lange Reifezeit, danach fragten etliche Besucher, arm an Laktose oder gänzlich laktosefrei. Die Andechser Joghurt-Produkte gewinnen ihre besondere Qualität zudem durch eine extra lange Reifezeit.
Einen Artikel von Gernot Pültz zum diesjährigen Regionaltag aus dem Traunsteiner Tagblatt vom 20. Juli 2026:
Regen und Sonne zu Milch und Käse
Zum Regionaltag drehte sich das Wetterkarussell – Kaniber: »Regionalität ist eine Haltung, die wir leben können«
Traunstein – Geteilt war der Regionaltag gestern in Traunstein: Auf eine nasse Hälfte mit viel Regen folgte eine trockene mit viel Sonne. Entsprechend dem Wetterkarussell hielt sich der Andrang an den Ständen im Stadtpark vormittags in Grenzen, während dann am Nachmittag zahlreiche Besucher einen Bummel unternahmen. Die zehnte Auflage des Regionaltages stand unter dem Motto »Milch und Käse«.
Strömender Regen begleitete die Eröffnung – nur gut, dass sie auf der Bühne unter einem großen Dach stattfand. So lief Landrat Andreas Danzer keine Gefahr, dass das Bier, das er ausgab, nicht verwässerte... Ehe er das Fass anzapfte, gab er der Veranstaltung und den Ausstellern – dem schlechten Wetter zum Trotz – gute Worte mit auf den Weg in die nächsten Stunden. »Der Regionaltag zeigt jedes Jahr aufs Neue, wie viel Qualität, Können und Leidenschaft in unserer Heimat stecken«, sagte Danzer. »Milch und Käse«, das Motto für den Regionaltag in diesem Jahr, passe sehr gut zum Landkreis Traunstein. »Denn Milch und Käse stehen wie kaum andere Produkte für unsere bäuerliche Kulturlandschaft, für handwerkliches Können, für regionale Veredelung und für Lebensmittel, bei denen man schmeckt, woher sie kommen.« Der Regionaltag bringe Erzeuger und Verbraucher zusammen und zeige, »was bei uns vor Ort geleistet wird«.
Die Bauern seien »das Beste, was dem Land passieren kann«, sagte Michaela Kaniber, die bayerische Landwirtschaftsministerin. Ihren Angaben zufolge erzeugen sie nicht nur hervorragende Lebensmittel, sondern sichern mit ihnen auch den Tourismus. »45 Prozent der Gäste kommen zu uns wegen der Kulinarik«, so Kaniber. Ohne die Landwirte und ihre Erzeugnisse wäre dieses begehrte kulinarische Angebot »nicht darstellbar«.
Die Ministerin betonte: »Regionalität ist kein Motto und kein Trend, Regionalität ist eine Haltung, die wir leben können.« Jeder, der den Geldbeutel in der Hand hält, könne mit seinem Einkauf in der Heimat die Regionalität unterstützen – und damit auch die Bauern, die sich in der Region für die Region einsetzen.
Traunstein sei ein zentrale Ort der Märkte, unterstrich Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer. Die Stadt ist seinen Angaben zufolge von der Landwirtschaft geprägt, Bürger und Bauern gehen Hand in Hand. Der Regionaltag sei mittlerweile eine »Institution in unserem Landkreis«, im Stadtpark habe er seinen Bestimmungsort gefunden.
Grußworte sprachen auch Milchkönigin Julia Decker aus Kirchdorf im Landkreis Mühldorf sowie Rosenkönigin Theresa Pfister aus Obing. Die Rupertiwinkler Jagdhornbläser gestalteten die Eröffnung musikalisch. pü