Am 11. August unternahmen acht Kinder aus Otting und Wonneberg im Rahmen des Ferienprogramms einen Vormittag lang eine Reise in ihre eigene Vorstellungskraft.
Ein ferienbedingt leerstehendes Klassenzimmer wurde dazu umfunktioniert in eine bunte Geschichtenwelt und Kreativstudio.
In zwei Gruppen entwickelten die Kinder zwischen sechs und elf Jahren zwei ganz unterschiedliche Erzählungen in denen sie sich ihre eigene Figur ausdenken und gestalten konnten. Die anwesenden Erwachsenen brauchten die vor Ideen sprühenden Teilnehmer dafür eigentlich nicht. So kam es, dass es nach der ersten Kennenlern-Runde keine Emmas, Bastians oder Fenjas mehr gab, sondern nur noch den T-Rex „König“, den Fuchs „Vicky“, das Klavier „Lewi“, den Igel „Igel“, das Pony „DaVinci“ und viele weitere.
Der Veranstalter, der Verein zur Erhaltung der Ottinger Schule, und auch die Kinder selbst, brachten eine Menge Verkleidungsmaterial mit, mit dem sich alle in ihre Figuren verwandeln konnten. Passend geschminkt wurde sich selbstverständlich auch. Wann immer sich die Geschichte der jeweiligen Gruppe ein wenig weiterentwickelt hatte, legten sie sich mächtig ins Zeug, um alle dafür benötigten Requisiten, fehlenden Kostümteile und Bühnenbilder zu basteln und zu malen. Sie wurden gebraucht, um die Reise der Figuren den anderen Teilnehmern zum Schluss als Theaterstück zu präsentieren.
So stellten die beiden Teams in nur einem einzigen Vormittag zwei völlig unterschiedliche Theaterstücke von der ersten Idee bis zur Bühnenreife auf die Beine.
Im ersten Stück, entwickelt von den etwas älteren und zum großen Teil bereits Schultheater-erprobten Teilnehmern, strandet die Piratin Ella, nachdem sie Schiffbruch erleidet hatte, auf einer Insel bewohnt vom magischen Tiertrio Luna, Isi der Maus, und Luis dem Igel. Die vier freunden sich an und leben glücklich zusammen auf ihrem Eiland bis es zu einem schrecklichen Vulkanausbruch kommt. In einer dramatischen Rettung gelingt es den Freunden die Tiere der Insel und sich selbst mit letzter Kraft in eine Höhle zu retten, in der sie einen riesigen Goldschatz entdecken. Nachdem der Vulkan sich endlich beruhigt hatte, stellen sie zu ihrem Entsetzen fest, dass die Insel nicht länger bewohnbar ist und machen sich mit Ellas notdürftig repariertem Schiff auf dem Weg ins Kaiserland. Dort regiert aber die raffgierige, grausame Kaiserin, die ihnen nur zum Preis ihres halben Schatzes Unterschlupf gewährt. Als sie ihnen mit ihren Schergen aber auch noch den restlichen Schatz stehlen will, schaffen es unsere Helden, die Kaiserin zu stürzen und so mit den restlichen Kaiserland-Bewohnern glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende zusammenzuwohnen.
In der anderen Welt, ausgedacht und gespielt von den jüngeren Theaterneulingen, begegnen sich ein Rotfuchs und ein Klavier im dichten, dunklen Wald. Nachdem sie Freunde geworden sind, wollen sie die Welt erkunden und begeben sich gemeinsam auf eine lange Reise, die sie zur grünen Wiese führt, wo sie mit vereinter Kraft ein Pony aus der beengenden Koppel befreien können. Zusammen ziehen sie weiter und treffen auch noch eine sprechende Kartoffel und beginnen eine beschwerliche Klettertour auf den höchsten Berg der Welt. Dort treffen sie den leibhaftigen Yeti, dessen schönes Bild, das er gerade malt, sie ausversehen mit Farbe bekleckern. Als sie ihn aufmuntern wollen kommt es allerdings zu einem verheerenden Sturz in eine Gletscherspalte, die glücklicherweise mit dem Fund eines gewaltigen Schatzes gut ausgeht. Mit dem Gold können die Freunde dem Yeti alle Farben wieder ersetzen und glücklich ihre gemeinsame Reise fortsetzen.
Die Einnahmen des Ferienprogramms kommen wie immer Projekten der Schule Otting/St.Leonhard zu Gute.