KSK St. Leonhard am Wonneberg ehrte treue Mitglieder – Vorstand Eder sprach über die "Straße der 1. Armee"
Die Krieger- und Soldatenkameradschaft St. Leonhard am Wonneberg hielt ihre Jahreshauptversammlung im Gasthaus Gruber in Weibhausen ab. Im Mittelpunkt standen dabei Ehrungen für langjährige Zugehörigkeit zum Verein.
In seinem Bericht über die Aktivitäten des vergangenen Vereinsjahrs zeigte Vorsitzender Michael Eder Fotos von den einzelnen Veranstaltungen. Seit der vergangenen Jahreshauptversammlung haben die Mitglieder seinen Angaben zufolge an insgesamt 26 Terminen teilgenommen. Unter anderem nannte er das gemeinsam mit der Musikkapelle organisierte Dorffest, den Vatertagsausflug nach Lauter und die Fußwallfahrt nach Altötting. Der kürzlich begangene Volkstrauertag mit dem Tag der Vereine sei wieder eine schöne Veranstaltung gewesen, so Eder. Aktuell habe die KSK St. Leonhard am Wonneberg 119 Mitglieder.
Kassier Christian Dumberger legte im Anschluss seinen Kassenbericht über Einnahmen und Ausgaben vor. Sepp Mayr, der die Kassenprüfung gemeinsam mit Alfons Mader durchgeführt hatte, bestätigte Dumberger eine bestens geführte Kasse und bat die Versammlung um die Entlastung der Vorstandschaft, welche ohne Gegenstimmen per Handzeichen gewährt wurde.
Anschließend standen die Ehrungen auf der Tagesordnung. Für 50-jährige Mitgliedschaft ehrte Michael Eder Martin Maier aus Egerdach, Josef Eder aus St. Leonhard, Peter Kastenhofer aus Obermoosen und in Abwesenheit Engelbert Stief aus Forst, für 20 Jahre im Verein Emanuel Reinmiedl aus St. Leonhard, Michael Nagler aus St. Leonhard, Josef Hofmeister aus Weibhausen sowie in Abwesenheit Georg Posch und Johann Daser.
Die "Straße der 1. Armee oder der 52 Tunnel" war Gegenstand eines Vortrags von Michael Eder. Im Jahr 2020 sei er diesen Weg gemeinsam mit seiner Familie gewandert. Die "Strada delle 52 Gallerie", wie sie im Italienischen heißt, liegt 30 Kilometer östlich des Gardasees. Erbaut im Jahr 1917 als Versorgungsstraße für die Stellungen im Kriegsgeschehen gegen die Artillerie der österreichischen Kaiserjäger ist sie heute ein sehr beliebter Wanderweg. Eder erzählte, die einzelnen Tunnel seien nach den Namen der Mineure benannt.
Der 6,3 Kilometer lange und durchschnittlich 2,5 Meter breite Weg überwindet einen Höhenunterschied von etwa 800 Metern. Es sei unvorstellbar, wie damals die Arbeiter diese Straße mit den Tunneln in einer Gesamtlänge von 2300 Metern in nur zehnmonatiger Bauzeit fertigstellen konnten. In der Spitze arbeiteten 600 Mineure an dem Riesenbauwerk mit Luftdruckbohrmaschinen und sprengten sich ihren Weg durchs Gestein. Eder zitierte aus geschichtlichen Aufzeichnungen: "Von Juni 1916 bis November 1918 überschritt das Leben am Berg jegliches Maß an menschlichem Durchhaltevermögen, das Leben war weitaus schwieriger als das Sterben."
Bürgermeister Martin Fenninger lobte die Mitglieder der KSK und alle anderen, die wieder an der Organisation des Volkstrauertags beteiligt waren. Es werde an diesem Tag oft an die Opfer der Weltkriege erinnert, es gebe aber mittlerweile so viele Leidtragende der aktuellen Kriege, diese dürfe man nicht vergessen. Der Bürgermeister forderte die Mitglieder auf, sich frühzeitig um einen geeigneten Nachfolger für Michael Eder umzuschauen, der bei den Neuwahlen im Jahr 2026 nicht mehr für das Amt des Vorsitzenden zur Verfügung stehe.
Linda Babl